Die Antriebshersteller Baumüller und ZAE-AntriebsSysteme GmbH & Co. KG haben gemeinsam ein zweistufiges Kegel-Stirnrad-Getriebe mit integriertem geberlosen Permanentmagnet-Synchronmotor entwickelt, das Wirkungsgrade bis zu 90 Prozent erreicht. Der Getriebemotor ist als Aufsteckversion konzipiert und eignet sich auf Grund seiner Oberflächenbeschaffenheit auch für aseptische Anwendungen, beispielsweise in der Lebensmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie.
Das Antriebssystem basiert auf einem Standard-Servomotor der Baureihe DSC von Baumüller, aus dem eine Motor-Getriebe-Kombination abgeleitet wurde. Dabei wurde der Motor elektrisch und mechanisch optimiert: Eine spezielle Wicklungsausführung ermöglicht die optimale Systemauslegung, ein besonderes Lagerkonzept die Integration des zweistufigen Kegel-Stirnrad-Getriebes. Dieses wurde von ZAE entwickelt und weist in Kombination mit dem integrierten Synchronmotor Wirkungsgrade bis zu 90 Prozent auf.
Die robuste Bauweise und das moderne Design erleichtern die Montage des Antriebssystems, das als Aufsteckvariante entwickelt wurde. Es wird als Einheit auf die Maschinenwelle aufgesteckt sowie im Regelfall über eine einfache Drehmomentstütze abgefangen. Die Ausrichtung des Antriebs kann dabei in 90°-Schritten frei ausgewählt werden, weshalb sich die Motor-Getriebe-Kombination optimal in die Maschine integrieren lässt. Zudem ist der Antrieb für aseptische Anwendungen geeignet: Dank der integrierten Anschlusstechnik, seiner Oberflächenbeschaffenheit und der fehlenden „Schmutzecken“ lässt er sich einfach reinigen; auch Keime können sich daher nur schwer ansammeln. Auf Wunsch ist der Antrieb auch mit speziellen Lackierungen für die Lebensmittelindustrie erhältlich.
Da die Motor-Getriebe-Kombination Wirkungsgrade von bis zu 90 Prozent erreicht und die Oberflächentemperatur selbst bei voller Leistung nicht über 75 ° Celsius ansteigt, sind Kühlrippen und Lüfter überflüssig. Zudem sind die Antriebe praktisch wartungsfrei: Der verwendete Schmierstoff (wahlweise PG H1 oder H2) sorgt dafür, dass ein Ölwechsel erst nach deutlich über 20.000 Betriebsstunden notwendig wird. Da der Einsatz eines Gebers im Gegensatz zu einem Servoantrieb wegfällt, ist das System wesentlich weniger anfällig für Störungen.
Die technischen Neuerungen machen sich in einer Senkung der Lebenszykluskosten bemerkbar. Geringerer Energieverbrauch, wenig Wartungsaufwand und minimale Störanfälligkeit sorgen dafür, dass sich die Mehrkosten durch den etwas höheren Anschaffungspreis schnell amortisieren. Darüber hinaus lassen sich Einsparungen erzielen, weil das Antriebssystem über große nutzbare Stellbereiche verfügt und die Zahl der notwendigen Motor- und Übersetzungsvarianten reduziert wird.
Die Motor-Getriebe-Lösung wurde von Baumüller und ZAE in nur einem Jahr zur Serienreife entwickelt. Im Bedarfsfall sind die Motoren im gleichen Design auch mit Geber oder Haltebremse verfügbar. Die Erweiterung der Lösung zur Getriebe-Motor-Baureihe ist in Vorbereitung.