(2004) Seit dem diesjährigen Frühjahr übernimmt das Baumüller Reparaturwerk als Alleinlieferant der Deutschen Bahn die Teilinstandsetzung und Neuwicklung der ICE- und E 120 Fahrmotoren. Dazu musste sich das Reparaturwerk im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung gegen 16 Mitbewerber durchsetzen. Im April steht nun die Verlängerung der bahninternen Zeritifizierung an, ein Termin, dem man in Nürnberg gelassen entgegen sieht.
Bereits im vergangenen Jahr konnte das Reparaturwerk der Baumüller Gruppe als einer von drei Lieferanten unter Beweis stellen, den hohen Qualitätsvorgaben der Deutschen Bahn durchaus gewachsen zu sein. Für ein Jahr, vom November 2002 bis November 2003, war das Reparaturwerk in die Gruppe der Lieferanten aufgenommen worden. Gemeinsam mit zwei weiteren Anbietern oblag dem Reparaturwerk die Neuwicklung und Teilinstandsetzung der Drehstromantriebe der ICE 1 und ICE 2. „Heute ist uns klar, dass dieses erste Jahr der Test für uns war“, so Helmut Reif, Geschäftsführer des Baumüller Reparaturwerks.
Im April 2003 habe man bereits das bahninterne Q1 Zertifikat erhalten. „Und das bedeutet für uns eine Riesen-Referenz“. Denn vor allem in den Bereichen der Qualitätsvorgaben, Chargenrückverfolgbarkeit und Termintreue stelle die Deutsche Bahn hohe Anforderungen. Für das Reparaturwerk der Baumüller Gruppe war der Bahnauftrag dementsprechend mit erheblichen Umstellungen verbunden. Eigene Mitarbeiter wurden beispielsweise in Richtung Lagerung und Logistik geschult, alle Zulieferer wurden qualifiziert und zertifiziert. Ein Aufwand der sich schlussendlich lohnen sollte. Bescheinigt das Q1 Zertifikat doch, Lieferfreigaben in Eigenverantwortung durchführen zu können. „Ganz offensichtlich haben wir also unter Beweis gestellt, dass wir ein zuverlässiger Partner für die Bahn sind!“
Im Rahmen der zweiten Ausschreibung, habe man sich in Nürnberg dementsprechend recht gute Chancen ausgerechnet, generell sei man jedoch davon ausgegangen, dass der Lieferumfang wieder auf verschiedene Anbieter aufgeteilt würde. „Erst nach der Bewerbung wurde uns klar, dass die Bahn einen Alleinlieferant sucht“, so Helmut Reif. Über den Zuschlag war man im Reparaturwerk der Baumüller Gruppe entsprechend erfreut. Vor allem aufgrund der Tatsache, dass der neue Auftrag neben den Drehstrommotoren der ICE 1 und 2 nun zusätzlich die Fahrmotoren der Elektrolokomotive, Baureihe E 120 umfasst. „Wir sind mehr als zufrieden, unser Ziel nicht nur erreicht, sondern weiter ausgebaut zu haben“, so Reif.
Und das spiegelt sich nicht nur im Auftragsvolumen wieder. Tatsächlich wird das Baumüller Reparaturwerk noch in diesem Jahr die eigenen Kapazitäten durch einen Neubau erweitern. Die geplante Halle soll auch den Teilarbeiten zur Verfügung stehen, die derzeit noch an Kooperationspartner vergeben werden müssen. Letztendlich gewährleiste man so, den Anforderungen der Bahn auch weiterhin gerecht bleiben zu können. Und das sei vor allem für die jetzt anstehende Verlängerung der Q1 Zertifizierung von Bedeutung. Denn als bahninterne Referenz ist das Q1 Zertifikat in der Branche so bekannt, dass sich aus der Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn bereits weitere Anfragen von unterschiedlichen nationalen wie internationalen Bahn- und Verkehrbetrieben ergeben haben. Die Motoren der Deutschen Bahn treiben so letztendlich die Geschäftsentwicklung der gesamten Baumüller Gruppe an – in Deutschland ebenso wie darüber hinaus.